SS 2015

Semantikkonstruktion

 

Literatur


Nachdem Sie sich in der ersten Semesterhälfte intensiv mit Projektarbeiten im Bereich Semantikkonstruktion beschäftigt haben, werden wir die sieben verbleibenden Termine in diesem Semester mit Vorträgen zu fortgeschrittenen Themen verbringen.

Jeder von Ihnen sollte sich einen der folgenden Artikel aussuchen und darüber einen Kurzvortrag (30 min) halten. Wir werden dann in jeder Sitzung jeweils zwei Vorträge hören sowie 30 min Zeit zur Diskussion haben. Sie können sich die Themen frei auswählen. Da es mehr Themen als Termine gibt, werden wir auf diese Weise auf der Grundlage Ihrer Interessen einen thematischen Schwerpunkt bilden.

Ich lege großen Wert darauf, dass Sie sich die Literatur zusammen erarbeiten und rege Diskussionen dazu führen. Um dies zu unterstützen, möchte ich Sie bitten, alle Artikel vor dem jeweiligen Vortrag selbst zu lesen. Ich bitte Sie außerdem, mir per Mail jeweils vor dem Vortragstermin zu jedem Artikel eine Frage zu schicken. Dadurch werden Sie die Artikel aktiver lesen, und erfahrungsgemäß werden die Diskussionen interessanter.

Unterspezifikation

Ein Schwerpunkt der computerlinguistischen Forschung zur Semantikkonstruktion circa 1995-2005 war die Entwicklung von effizienten Ansätzen zur Verarbeitung von Skopusambiguitäten. Die Idee hierbei ist, aus dem Syntaxbaum deterministisch eine unterspezifierte Beschreibung der möglichen Lesarten zu berechnen. Aus dieser Beschreibung können dann später die einzelnen Lesarten aufgezählt werden.

Ich schlage die folgenden Artikel für mögliche Vorträge vor:

Semantic Parsing

Nachdem das Thema Semantikkonstruktion zwischenzeitlich aus der Mode gekommen war, ist es in den letzten Jahren (seit etwa 2005) unter dem Namen “Semantic Parsing” wieder populär geworden. Anders als in früheren Ansätzen soll die Grammatik beim Semantic Parsing eher nicht von Hand geschrieben werden, sondern wird automatisch aus einem semantisch annotierten Korpus gelernt. Die folgenden beiden Artikel sind repräsentativ für die frühe Forschung in diesem Bereich.

Inferenz

Zuletzt können wir uns anschauen, was man mit den semantischen Repräsentationen macht, wenn man sie hat. Die klassische Motivation ist, dass man damit Inferenzen berechnen kann, d.h. mit Hilfe eines Theorembeweisers aus logischen Repräsentationen der Sätze “Sokrates ist ein Mensch” und “Alle Menschen sind sterblich” ableiten kann, dass Sokrates sterblich ist.