Im Bereich Sprachverarbeitung konzentriert sich die Forschung auf die Architektur kognitiver Prozesse und auf die Eingrenzung und Beschreibung der Rechenkapazitäten, welche das Gehirn bei der Verarbeitung unterschiedlicher Aspekte von Sprache aufwendet. Dabei sind zeitliche und topologische Eigenschaften des Sprachverarbeitungsprozesses von Interesse. Eine häufig angewandte Methode, um die elektrophysiologischen Vorgänge zu untersuchen, die im Gehirn während des Sprachverarbeitungsprozesses stattfinden, ist die Ermittlung so genannter ereigniskorrelierter Potentiale (EKP). Dabei wird bei einem sprachgesunden oder aphasischen Probanden eine EEG-Ableitung vorgenommen, während er eine sprachgebundene Aufgabe löst. Diese Forschungsmethode hat zur Identifizierung spezifischer elektroenzephalographischer Erregungsmuster geführt, die definierten sprachlichen Leistungen zugeordnet werden können. Solche Studien zielen u. a. darauf ab, die strukturellen und assoziativen Komponenten beim Sprachverstehen zu identifizieren. Des Weiteren kann auf diese Weise die Rechenkapazität, die bei der Verarbeitung spezifischer sprachlicher Phänomene verwendet wird (z.B. Negation, unpassende Argumentstruktur, Verletzungen des Bedeutungszusammenhangs etc.) ermittelt werden.